Einfluss Emotionen auf logisches Denkvermögen

Nach einer gescheiterten Partie Schach kam mir gerade in den Sinn "Heute ist nicht der richtige Tag. Ich bin viel zu emotional!"

Kaum war der Satz zu Ende gedacht meldete sich mein Unterbewusstsein zu Wort "Mensch Steven, das wäre ein super Thema für dein Blog!"und ja ich fand die Erkenntnis sehr spannend und habe sie inzwischen schon als selbstverständlich wahrgenommen.

In der Praxis bin ich tatsächlich durch Schach auf diese Erkenntnis gekommen. Immer sobald Emotionen und Gefühle in mir schlummerten unabhängig davon ob Freude, Trauer oder Wut merkte ich Einbußen in meiner logischen Performance.

Wie bereits angesprochen erhält man bei Schach relativ schnell Feedback für seine Planung oder der erdachten Strategie. Ich war unaufmerksamer und machte deutlich mehr Flüchtigkeitsfehler als wenn ich einen freien Kopf hatte.

Diese Erkenntnis habe ich für meinen Praxisalltag mitgenommen. Egal ob privat oder beruflich. Wichtige Entscheidungen treffen ich möglichst nicht impulsartig oder arbeite an größeren Zielen wenn ich gerade merke, dass ich nicht vollständig bei der Sache bin. Dann ist es mir wichtiger lieber eine Nacht darüber zu schlafen.

Bedenke dass es sich dabei um "wichtige" Dinge handelt. Wenn die Angelegenheit "Wichtig" und "Dringend" ist hat man nicht den Luxus auf seine Gefühlslage Rücksicht zu nehmen. Grundsätzlich fand ich die Erkenntnis dass meine Fehleranfälligkeit bzw. meine Konzentration bei emotionalen Gedanken sinkt durchaus interessant und logisch aber ich habe nie darauf geachtet ob ich Entscheidungen gerade in einem aufgewühlten Zustand oder mit klarem Geist treffe.

Wie gelingt es mir nun abzuschalten?

Wenn ich gerade "aufgeladen" bin unabhängig ob mit positiven oder negativen Gedanken hilft mir persönlich am besten Bewegung. Fahrrad fahren oder einen Spaziergang machen. Die innerliche Unruhe verschwindet nicht von Heute auf Morgen. Der Körper muss ausgepowert werden und auch der Geist benötigt seine Zeit. Der Spruch "Eine Nacht darüber schlafen" kommt nicht von ungefähr.

Besonders wenn man denkt, dass man etwas ganz dringend, gleich, jetzt sofort erledigen muss sollte man versuchen Abstand zu gewinnen und die Lage zu überblicken. Dieser innerer Drang entspringt einer inneren Unruhe und Hektik. Dadurch passieren uns automatisch mehr Fehler.

Wenn Körper und Geist erschöpft sind dann tritt in der Regel Müdigkeit ein und der Körper reduziert Stresshormone welche für impulsartige Reaktionen verantwortlich sind und wir haben wieder mehr Freiraum zum Denken.

Kann ich meine Stimmungsschwankungen eventuell positiv nutzen? Ein klares Ja von meiner Seite.

Meine kreative Ader funktioniert besser wenn ich gute Laune habe. Da kommen und gehen die Ideen die ich auch gerne Mal über das klassische Maß hinaus spinne. Im Gegenzug bin ich bei schlechter Laune eher kritisch und hinterfrage teils auch Selbstverständlichkeiten welche ich mir angewöhnt habe. Wenn wir unsere bewusste Konzentration darauf lenken können wir unsere Stimmung für unsere Ziele besser verwenden. Die geringste Fehleranfälligkeit (zumindest beim Schach) habe ich wenn meine Gemütslage ausgeglichen ist.

Nochmals eine kleine Zusammenfassung:

- Gute Laune für kreative Phasen.
- Schlechte Laune für kritische Themen.
- Ausgeglichene Stimmung für analytische, logische Probleme.

Wer mit diesem Hintergrundwissen meine Blogartikel liest kann zumindest analytisch raten ob ich gute, schlechte oder ausgeglichene Stimmung hatte. ;)

Was macht mir persönlich gute Laune? In der Regel gutes Essen!
 
 

 

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